Zuerst möchten wir, die Schülervertretung der Christian-Rauch-Schule,
uns dafür bedanken, dass die chaotische Verkehrssituation an unserer
Schule in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Auf die
Berichterstattung in der WLZ möchten wir nun reagieren.
Leider folgt der Bericht vom 15.12.2016 einer sehr einseitigen
Darstellung und entspricht weder den Ansichten der Schülervertretung
der CRS noch in allen Punkten der Wahrheit.
Schon das Bild auf der Website der WLZ, welches aus dem Jahr 2007
stammt, zeigt, dass sich mit dem aktuellen Anliegen der
Schülervertretung seit mehr als einem Jahrzehnt nicht intensiv genug
befasst wurde. Zahlreiche Initiativen der SV und auch Gespräche mit
Verantwortlichen liefen in der Vergangenheit ins Leere. Das spiegeln
übrigens auch ehemalige Schüler der CRS wieder, welche aktuell im
Stadtparlament sitzen.

Wenn im Artikel davon die Rede ist, dass der Rathauschef sich mit der
Schülervertretung der CRS „darauf geeinigt habe, geeignete Maßnahmen
zu ergreifen“, so stellt sich dies aus unserer Sicht doch deutlich
anders dar. Am 6. Dezember 2016 fand bezüglich der Verkehrssituation
in der Fröbelstraße ein Treffen der SV mit dem Bürgermeister statt.
Hier wurde direkt zu Beginn des Gesprächs von Herrn van der Horst
unmissverständlich klargestellt, dass es von Seiten des Bürgermeisters
keinen Kompromiss geben wird. Die „chaotische Verkehrssituation“ sei
die beste Lösung.
Dies sehen die Verkehrsdienste der Polizei aus Korbach allerdings
anders. In einem aktuellen Gutachten, das ebenfalls Gegenstand des
Gesprächs war, wird eine Veränderung der Verkehrsführung
vorgeschlagen. Dieses Expertengutachten ist aus Sicht des
Bürgermeisters allerdings „lächerlich“. Die Fachkompetenz des
Gutachtenerstellers sei in Frage zu stellen – so Herr van der Horst
gegenüber der SV. An dieser Stelle muss man erwähnen, dass die
Verkehrsdienste der Polizei sich tagtäglich mit Verkehrssituationen
auseinandersetzen und die Situation in der Fröbelstraße mehrfach vor
Ort in Augenschein genommen haben.

Für eine Verbesserung der Situation machte uns der Bürgermeister im
Gesprächsverlauf zwei Vorschläge. Diese beruhten unserer Meinung nach
eher auf Eigeninteresse.
Vorschlag 1: Die Schüler der Klasse 5 sollten nicht mehr im Fröbelhaus
unterrichtet werden, damit diese nicht die Fröbelstraße überqueren
müssen.
Mit diesem Vorschlag gesteht Herr van der Horst allerdings ein, dass
er sich der Gefährdung der Schüler durchaus bewusst ist. Anstatt aber
die Verkehrslage zu entschärfen, schiebt er die Schuld (der Gefährdung
der Kinder) der Schule zu und entzieht sich somit unserer Meinung nach
seiner Verantwortung.
Vorschlag 2: Schülerlotsen sollten als Hilfssheriffs installiert
werden, welche den Verkehr anstelle der Stadt (Ordnungsamt) regeln
sollen. Die Schülerlotsen sollen „Ordnung“ in das morgendliche
„Verkehrschaos“ bringen und Falschparker im „absoluten Halteverbot“
dem Ordnungsamt melden.
Dass dieser Vorschlag schon allein rechtlich nicht realisierbar ist,
steht außer Frage. Der Rest spricht für sich selbst.

Während des Gesprächs mit dem Bürgermeister machte die SV auch auf die
schlechte Beleuchtungssituation an der Kreuzung Große Allee -
Fröbelstraße aufmerksam. Der Bürgermeister behauptete, dass die
Beleuchtung ausreichend sei. Durch Nachdruck unsererseits fand dennoch
ein Termin zur Besichtigung der Verkehrsbeleuchtung statt. Dabei
stellte Herr Schäfer von den Stadtwerken Bad Arolsen am 14. Dezember
2016 fest, dass die besagte Kreuzung sehr schlecht und unzureichend
beleuchtet ist und dass auf jeden Fall eine neue Lampe installiert
werden muss.
An dem Tag der Besichtigung konnte sich Herr Schäfer selbst ein Bild
von der chaotischen Situation machen und teilte unsere Auffassung,
dass die Situation einer Änderung bedarf, um die Gefährdung der
Schüler deutlich zu minimieren.
Die durch das Gutachten vorgeschlagene Verkehrsänderung würde die
Verkehrsbelastung in der Albert-Schweitzer-Straße zudem nicht erhöhen.
Bereits jetzt herrscht dort starker Abflussverkehr der Elterntaxis.

Angesichts dieser Informationen und Einschätzungen können wir nur
weiter darauf drängen, die Theorie der „normativen Kraft des Chaos“ zu
überdenken bzw. im Bereich der Sicherheit, speziell von Kindern und
Jugendlichen, andere Ansätze zu wählen.

Wir möchten in diesem Zuge abschließend auch noch einmal unser
Anliegen an die betroffenen Eltern richten! Bitte suchen Sie sich
andere Möglichkeiten, um ihre Kinder im Bereich der Schule abzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Schülervertretung der Christian-Rauch-Schule

Schüler wollen mehr Lehrer (WLZ: 23.07.2015)

Mit einem Protestzug durch die Innenstadt haben Christian-Rauch-Schüler gegen eine Reduzierung der Stellenzuweisung an hessischen Schulen protestiert.

Bad Arolsen. Trillerpfeifen, Warnwesten und Plakate: mit dem, was gestern wie ein zweiter Abiumzug wirkte, machten mehrere hundert Gymnasiasten ihrer Unzufriedenheit Luft. „ Wir wollen ein starkes Signal in Richtung Wiesbaden senden“, erklärten die CRS-Schulsprecher Bahadir Batan und Joran Sager bei der von der Schülervertretung angestoßenen Protestaktion.

Weniger Kurse in Oberstufe

Der Hintergrund: Hessenweit sollen im kommenden Jahr 300 Lehrerstellen an Grundschulen und in der gymnasialen Oberstufe eingespart werden. Für die Christian-Rauch-Schule heißt das im Klartext, dass im kommenden Schuljahr eine halbe Lehrerstelle wegfällt.
demo2015

 

Insbesondere für den Oberstufen-Unterricht befürchtet die Schülervertretung nun Nachteile wie größere Kursgrößen oder Kurse, die gar nicht mehr zustande kommen. „Im Moment läuft´s noch gut, aber im nächsten Jahr wird das auf jeden Fall zu spüren sein“, unterstrich Bahadir Batan. Setze das hessische Kultusministerium den eingeschlagenen Kurs fort, werde das zu Lasten der Schüler gehen, ist der Schulsprecher überzeugt.

Pakt für den Nachmittag

Verstärkung erhielten die Gymnasiasten von mehreren SPD-Kreistagsmitgliedern sowie von Juso-Kreisvorsitzender Katharina Kappelhoff, die sich auf der Rednertribüne den Forderungen der Schüler anschloss. Auch der stellvertretende Landesschulsprecher Arnusch Aras, der staubedingt mit Verspätung eintraf, unterstützte die Forderungen der Christian-Rauch-Schüler. Diese fordern eine bessere Bildung in Hessen durch den Ausbau der Stellenzuweisung und einen verpflichtend dreistündigen Unterricht in den Oberstufen-Grundkursen. Auch solle kein Bildungsbereich gegen einen anderen ausgespielt werden. Damit bezieht sich die Schülervertretung auf die Förderung von Inklusion und den Pakt für den Nachmittag, mit dem das Kultusministerium die Reduzierung der Stellenzuweisung an Grundschulen und Gymnasien begründet.Die Leitung der Christian-Rauch-Schule steht hinter der Protestaktion kurz vor den Sommerferien. Mit den von den Schulsprechern angesprochenen Problemen sieht sich Rektorin Cornelie Seedig bereits bei der Erstellung der Lehrpläne konfrontiert. Nicht zuletzt aus diesem Grund findet es die Schulleiterin „gut, dass die Schüler zu ihren Ansichten stehen“.

Die Schülervertretung habe die Aktion ganz allein auf die Beine gestellt und in allen Klassen an die Schüler appelliert, den Protest ernst zu nehmen. Das sei auch ein Stück weit „gelernte Demokratie“.


(WLZ: 23.07.15)

(Wlz: 25.07.2015)

 

Liebes Schlossgespenst, 

im Namen der Schülervertretung der CRS sowie all jener, die an unserer Demo „gegen die Stellenreduzierung an hessischen Schulen“ teilgenommen haben möchten wir zu deiner Glosse Stellung nehmen. Es freut uns als Schülervertretung, dass über dieses Thema nun endlich berichtet wird. Zwar einseitig und ohne tiefgründiges Wissen, aber jeder Bericht ist ja besser als keiner. Eins möchte ich klarstellen, wir fordern nicht mehr Lehrer sondern sind gegen die Streichungen von Lehrerstellen.

Wie viele Lehrerstellen es in Hessen gibt, ist nicht der entscheidende Punkt: Mit Verbesserung von Integration und Inklusion entstehen zur Zeit neue Aufgabenfelder, für die zusätzliche Lehrkräfte benötigt werden. Deshalb ist eigentlich eine Erhöhung, keine Streichung von Lehrerstellen angeraten. 

Wenn wir vor einen Karren gespannt wurden, dann vor den des Selbstschutzes: Die Idee zu unserer Protestaktion entstand, als deutlich wurde wie sich der geplante Erlass bereits in diesem Schuljahr auf unsere Schule auswirkt. So stand etwa mein Ethiklehrer vor den Sommerferien vor der Wahl, unseren Kurs entweder mit einem anderen Jahrgang gemeinsam zu unterrichten oder aber den Unterricht von drei auf zwei Wochenstunden zu kürzen und dies bei den gleichen Abituranforderungen wie vor dem Erlass. 

In der Stellungnahme von Herr Schwarz zu unserer Protestaktion heißt es, dass die Kurse lediglich um 1,6 Schüler im Landesschnitt steigen. Der Entscheidende Punkt sind allerdings die Kursgrößen (ziel 22 Schüler pro Kurs) und ab welcher Kursgröße ein Kurs gebildet wird. Im Sinne einer vielseitigen und breitgefächerten Ausbildung sollte die Schülerschaft eine große Auswahlmöglichkeit haben. Gerade die naturwissenschaftlichen Fächer werden nicht so stark nachgefragt wie die der Geisteswissenschaften. Was tun, wenn sich jetzt lediglich 16 Schüler für eine Physikkurs begeistern lassen? Soll dieser Kurs dann etwa nicht angeboten werden? Nein, wir fordern dieses breite Angebot. Die Stellenreduzierung könnte dazu führen, dass ein andere Kurs diesen Unterhang auffangen muss. Somit würde ein Unterhang von sechs Schülern, einen anderen Kurs um diese sechs Schüler, auf 28 erhöhen. 

Wir danken für die angeregte Diskussion und die Veröffentlichung unserer Stellungnahme. 

Mit freundlichen Grüßen

Die Schülervertretung der Christian-Rauch-Schule