Bühnenprojekt

– eine Kooperation der Fächer Deutsch, Kunst, Musik und Sport –

Was ist das Bühnenprojekt und worum geht es?

Ende der Jahrgangsstufe 7 wählen sich die Schüler*innen in eines der vier teilnehmenden Fächer (D, Ku, Mu, Sp) ein. Ziel ist es dann, am Ende der Jahrgangsstufe 8 gemeinsam etwas auf die Bühne zu bringen – das kann…

  • ein Theaterstück im Sinne einer gemeinsam und über verschiedene Medien bzw. Ausdrucksformen (Schauspiel, Kunst, Musik, Tanz) erzählten Geschichte
  • oder eine Art Musical
  • oder eine Szenencollage zu einem bestimmten Thema
  • oder auch eine völlig andere Art einer Präsentation sein.

Wichtig ist nur, dass die verschiedenen Kurse kooperieren und die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten, die in dem jeweiligen Fach bestehen, genutzt werden, um auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten.

Ausdrucksmöglichkeiten sind z.B. diese:

Deutsch: v.a. Schauspiel und Dramaturgie, aber auch andere Formen von kreativer/m Textgestaltung und -vortrag

Kunst: alles Visuelle, v.a. Bühnenbild, Kostüm, ggf. aber auch Projektion, Licht, Raumgestaltung

Musik: alles Akustische, v.a. Musik (Instrumente, Stimme, Komposition am PC), aber auch sonstige akustische Gestaltungen (z.B. Soundscapes)

Sport: v.a. Tanz, ggf. aber auch andere Formen von Bewegung auf der Bühne (z.B. Akrobatik, unterschiedliche Formen von Choreographien)

Durch die Lehrer*innen wird dabei zu Beginn des Schuljahres ein grober thematischer Rahmen festgelegt, danach bestimmen die Schüler*innen, wie dieses Thema von ihnen verstanden und angegangen wird.

Beispiel: In einem Jahr haben wir das Thema „Aufbruch ins Unbekannte“ vorgegeben. Meine Vorstellung als Lehrerin war, dass wir evtl. ein Stück über ein Raumschiff und eine Reise ins Weltall gestalten könnten – ich sah die lustigen Alien-Kostüme schon vor mir. Die Schüler*innen hatten zu dem Thema viele Ideen – auch der Flug ins All kam vor, aber auch eine Unterwasserwelt, eine Märchenwelt und vieles mehr. Letztendlich wurde in einem demokratischen Prozess abgestimmt und das Stück wurde eine Reise ins Totenreich. Daran hatte ich überhaupt nicht gedacht, aber die Schüler*innen bestimmen in dem Projekt die Richtung – es ist ihr Projekt und nicht das der Lehrer*innen.

Weitere Oberthemen waren bisher z.B. „Bin ich gut genug?“, „Die vier Elemente“, „Bäume/Wald“, „Wie wollen/ können/ müssen wir leben?“.

Wichtig ist auch, dass jede/r Schüler/in auf der Bühne steht – auch wenn es nur ganz kurz ist, auch wenn es nur eine Statistenrolle ist – es geht um den Mut, sich selbst und das, was man erarbeitet hat, zu zeigen. Besonders für den Kunstkurs ist es manchmal herausfordernd, hierzu eine gute Idee zu haben. Möglichkeiten, auf der Bühne präsent zu sein, sind z.B.: Modenschau, Übernahme von Statistenrollen (z.B. spielte ein Kunst-Kurs in einem Jahr „die Armee des Bösen“), offene Umbauten oder Umgestaltungen des Bühnenbilds, kurze eingeschobene Präsentationen, spielerischer Umgang mit Projektionen…

Wie schon beschrieben geht es darüber hinaus um Zusammenarbeit, Kooperation und Zusammenhalt. Die Kooperation lebt von einer guten Zusammenarbeit und Kommunikation der unterrichtenden Lehrkräfte. Vor allem soll aber der Austausch zwischen den Kursen auch durch die Schüler*innen selbst geschehen. Hierzu wählt jeder Kurs zwei Kurssprecher*innen (insgesamt also 8 Schüler*innen pro Jahrgang), die zusammen mit der Projektleitung das Dramaturgie- und Organisationsteam bilden. Kurssprecher*in zu sein ist ein Schuldienst. Wir treffen uns regelmäßig – und zwar unbedingt mit nur einer/m Lehrer/in (Projektleitung) als Moderator! – und sprechen uns ab. Dabei tauschen wir uns über den Zwischenstand in den Kursen aus, organisieren Ideenfindungs- und Abstimmungs- bzw. Einigungsverfahren, suchen Möglichkeiten der Kooperation, legen die Termine für Abschlussproben und Aufführungen fest. Diese Informationen werden von den Schüler*innen in die Kurse getragen, sodass daran weitergearbeitet werden kann.

Häufig ergeben sich besonders enge Kooperationen zwischen Deutsch und Kunst (Schauspiel und Bühnenbild) sowie Musik und Sport (Tanz).

Das Bühnenprojekt wird wie ein weiteres Fach („Nebenfach“) bewertet und ist versetzungsrelevant.

Wichtige Prinzipien sind also…

  • der Projektgedanke und die weitgehende Selbstbestimmung der Schüler*innen,
  • gemeinsam bzw. demokratisch gefällte Entscheidungen,
  • das Aushalten bzw. Bewältigen eines kollektiven kreativen Prozesses, bestehend aus ständigem Finden, Verhandeln, Verwerfen, das auch mit dem Erleben von Frustration und Zweifeln einhergeht, am Ende aber zu einem Ergebnis führt, auf das man stolz ist,
  • das Entdecken und Erleben des eigenen künstlerischen Ausdrucks und der Präsentationsfähigkeit (auch im Sinne von Selbstwirksamkeit).

Sonja Wahle, Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Bühnenprojekt

Hier geht’s zu den Ergebnissen des Bühnenprojekts im Schuljahr 2020/2021