Christian-Rauch-Schule bekommt neues Sprachrohr für die Schülerschaft

Schülerzeitung heißt Rauchmelder

Engagierte CRS-Schüler setzten die Neugründung ihrer Schülerzeitung durch. Bei der Namenssuche kamen pfiffige Ideen zu Tage.
(Quelle: http://www.wlz-fz.de)

Das Schülerzeitungsteam mit den Gewinnern beim Namenswettbewerb: hintere Reihe v. l. Hanna Küthe,
Svenja Meers, Laura Bernhard, Lehrerin; vorne Florian Völlmecke, Neele Schmidt und Ronja Behlen.

Täglich gepredigter Hass führt zu Gewalt
(Quelle: http://www.wlz-fz.de)

Eindringlicher als jedes Geschichtsbuch können persönliche Begegnungen das Verständnis für geschichtliche Ereignisse und Zusammenhänge prägen Deshalb hat Salomon (Sally) Perel, der jüdische Holocaust-Überlebende und Bestseller-Autor Salomon („Ich war Hitlerjunge Salomon“) gestern zum wiederholten Mal als Zeitzeuge vor Schülern der Christian-Rauch-Schule gesprochen.


Salomon (Sally) Perel (2.v.l.), der Autor des Buches „Ich war Hitlerjunge Salomon“ sprach gestern vor Schülern der Christian-Rauch-Schule. Links im Bild: Schulleiterin Cornelie Seedig.

Bad Arolsen. Der 87-Jährige lebt in Israel, kommt aber jedes Jahr für eine einige Wochen in seine alte Heimat, um der jungen Generation etwas von seinen Erfahrungen mit auf den Weg zu geben und vor neuem Hass und alter Dummheit zu warnen.

Bei dieser großen Aufgabe kommt Perel völlig ohne mahnenden Zeigefinger aus. Trotz seines hohen Alters hat er sich eine jugendlich-frische Sprache bewahrt und pflegt ein freundschaftliches Verhältnis mit vielen Tausend Facebook-Freunden.

Fesselnd klang seine Bericht von seinen vier Jahren als jüdisches Kind in einer Eliteschule der Hitlerjugend in Braunschweig. Jeder Tag sei ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen, dann als beschnittener Jude habe er täglich mit seiner Enttarnung und seiner Deportation rechnen müssen.

In diesen vier Jahren habe er am eigenen Leib erlebt, wie der täglich gepredigte Hass auch seine eigene Seele ausgehöhlt habe. Auf der einen Seite sei er flammender Anhänger der Hitlerjugend geworden auf der andren Seite habe er nie verstanden warum man Menschen wie ihn habe vernichten wollen. Perel: „Ein junges Gehirn kann man sehr leicht vergiften. - Hass führt zu Gewalt. Auch ich habe ‚Heil Hitler‘ gerufen. - Ich war der einzige jüdische Nationalsozialist. - Ich werde es bis heute nicht los.“

Es sei ein Verbrechen, wenn Neonazis heute den Massenmord an sechs Millionen Juden leugneten und neuen Hass predigten. Dagegen wolle er als Zeitzeuge kämpfen.

Sally Perel wurde 1925 in Peine (Niedersachsen) als Salomon Perel geboren. Seine Eltern waren Juden russischer Herkunft.

„Die ersten zehn Jahre meiner Kindheit waren ein Traum. Da habe sich nur gute Erinnerungen.“ Als die anti-jüdischen Repressalien in seiner Heimatstadt zunahmen, emigrierte die Familie zu Verwandten nach Lodz (Polen). Nach dem Einmarschs der deutschen Truppen floh er 1939 mit seinem Bruder Isaak weiter nach Osten in Richtung Sowjetunion. Im russischen Grodno lebte er bis 1941 in einem Waisenhaus und besuchte eine kommunistische Schule, bevor er nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion erneut flüchten musste.

Als er von der Deutschen Wehrmacht aufgegriffen wurde, schwebte er als beschnittener jüdischer Junge in akuter Lebensgefahr. Er konnte den Holocaust nur dadurch überleben, dass er seine jüdische Identität verbarg und sich als Volksdeutscher Josef Perjell ausgab.

Im weiteren Verlauf arbeitete er mit seiner falschen Identität als deutsch-russischer Dolmetscher für die Wehrmacht an der Ostfront. Später wurde er an eine HJ-Eliteschule ins Deutschen Reich geschickt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verließ er Deutschland und beteiligte sich am Kampf um Jerusalem für sein Volk und sein zukünftiges Heimatland, in dem er bis heute lebt.

Als langjähriges Mitglied der israelischen Friedensbewegung hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es den jüdischen und arabischen Nachbarn eines Tages gelingen wird, einen gerechten Frieden im Nahen Osten zu erreichen. (-es-)

Bessere Karrierechancen? – That's for sure!

Bad Arolsen (ja). „Welcome to today’s 
biology-lesson this afternoon, Ladies and Gentlemen!” – Auch so kann sich der Beginn einer Biologiestunde an einer deutschen Schule anhören.Mit diesen Worten jedenfalls begrüßt Dr. Matthias Bohn seine Zwölftkläss-
ler im Qualifikationskurs Biologie an der Christian-Rauch-Schule. Seit 2007 darf sich die CRS zu den 1000 Schulen in Deutschland zählen, die ihren Schülern eine bilinguale, zweisprachige Unterrichtsform bieten.

Der stellvertretende Schulleiter der Christian-Rauch-Schule, Dr. Matthias Bohn, gibt zweisprachigen
Biologie-Unterricht auf Englisch und Deutsch. Davon profitieren die Schüler durch besseres Sprachverstehen.
Foto: Julia Augustin
Jeder angehende Gymnasiast kann sich ab der Jahrgangsstufe 5 auf Basis von Einwah
len für dieses chancenreiche 
Angebot entscheiden. In der Zeit der gesamten Unterstufe wird jedes Halbjahr ein neues Sachfach bilingual unterrichtet. Was anfänglich mit einer 
zusätzlichen Kommunikationsstunde in der neuen Fremdsprache beginnt, setzt sich fort mit den Fächern Geschichte, Biologie, Politik und Wirtschaft, Chemie und Geographie. Der Wechsel der bilingual 
unterrichteten Fächer ermöglicht den Schülern, sich in verschiedenen Wissensbereichen zu erproben. So wird jeder Einzelne in seinen Interessen gestärkt und gefördert. Sogar für spätere bilinguale „Quereinstiege“ ist auf der Schule gesorgt: Seit dem Schuljahr 2010/2011 können sich auch Oberstufenschüler im zweisprachigen Unterricht versuchen. Im laufenden Schuljahr standen bilinguale Kurse in Biologie sowie in Politik und Wirtschaft zur Wahl. Etwa 70 Schüler nutzen dieses Angebot.

Suchdienst trägt Geschichtswissen in die Schule (Quelle wlz-fz.de)

Bad Arolsen (-es-). Künftig werden alle neunten Klassen der Christian-Rauch-Schule (CRS) im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) mit dem Schicksal der Verfolgten des Nationalsozialismus konfrontiert werden.

ITS-Direktor Jean-Luc Blondel und der stellvertretende Leiter der Christian-Rauch-Schule, Dr. Matthias Bohn, unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung während ihnen die Geschichtslehrer über die Schulter schauen: V.l. Wilfried Schuppe, Erster Stadtrat Helmut Hausmann, Hans-Joachim Orawetz, Judith Möcklinghoff, Tina Römer, Annette Marterer und vom Internationalen Suchdienst Dr. Susanne Urban und Elisabeth Schwabauer. Foto: Elmar Schulten

Die Christian-Rauch-Schule ist die erste Schule, die eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit dem Suchdienst abgeschlossen hat. Die Unterrichtseinheiten auf der Grundlage von originalakten und nachvollziehbaren Schicksalen soll den Geschichtsunterricht eindringlicher machen und das Bewusstsein für die Untaten der Nationalsozialisten wach halten. „Wenn Schüler erkennen, dass es um erlebte Geschichte und konkrete Menschen geht, dann erreicht man eine ganz andere Aufmerksamkeit“, unterstrich der stellvertretende Schulleiter Dr. Matthias Bohn bei der Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Suchdienst.