CRS-Schüler retten die Welt

Bad Arolsen. Die große Weltpolitik stand für 44 Oberstufenschüler der Christian-Rauch-Schule während ihrer Projektwoche auf dem Programm.

In der Jugendherberge Oberbernhards in der Rhön nahmen die Politik- und Wirtschaftskurse am Planspiel POL&IS teil, das von Jugendoffizieren der Bundeswehr organisiert wird. POL&IS steht für Politik und internationale Sicherheit, die den Schülern zur Aufgabe gemacht wurden. Dabei arbeiteten die CRS-Teilnehmer mit einer Klasse der Marburger Carl-Strehl-Schule für Sehbehinderte zusammen und bildeten die Regierungen einzelner Weltregionen sowie internationale Organisationen.

Die Simulation begann mit einer Vollversammlung der Vereinten Nationen, bei der die Regierungschefs ihre Ziele für das nächste Jahr vorstellten, aus denen ein positiver Ausblick auf die Zukunft der Weltgemeinschaft folgte.

Im Anschluss daran handelten die Wirtschaftsminister der Regionen unter Aufsicht der Weltbank mit Agrar- und Industriegütern und die Verteidigungsminister stationierten ihre Truppen auf der Karte, während die Regierungschefs politische Programme schrieben und Verträge mit anderen Regionen schlossen. (Von Saskia Kesting und Mareike Tepel)

(Quelle: wlz-online.de)

(Quelle: http://www.wlz-fz.de, 13.02.2015)

Blick über den großen Teich

Die Kultusministerkonferenz hat die Christian-Rauch-Schule für ihre jahrzehntelange Beteiligung am deutsch-amerikanischen Partnerschaftsprogramm gewürdigt und eine Anerkennungsplakette für die Wand verliehen.

Die Kultusministerkonferenz hat der Christian-Rauch-Schule eine Plakette in Anerkennung von 30 Jahren USA-Austausch
verliehen. Das Foto zeigt v.l. Schulleiterin Cornelie Seedig, Bernd Radeck, der den Austausch seit 30 Jahren organisiert, und
Ursula Heuschkel, die im April als zusätzliche Lehrkraft eine Gruppe in die USA begleiten wird. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen. Das Germann-American Partnership Program (GAPP) fördert seit 1983 Schulpartnerschaften zwischen Schulen in Deutschland und den USA. Aktuell gibt es mehr als 750 aktive Partnerschaften. Die Christian-Rauch-Schule pflegt seit 1985 eine solche Partnerschaft mit der Belleville High School in Wisconsin. 1987 folgten Schulen in New Glarus (Wisconsin) und 1988 mit Hermann (Missouri).
Die ersten Kontakte wurden 1984 vom damaligen CRS-Schulleiter Bernd Radeck geknüpft. Im April 1985 saßen die ersten elf Christian-Rauch-Schüler im Flugzeug auf dem Weg in die USA. Mit dabei war damals der heutige hessische Landtagsabgeordnete und schulpolitische Sprecher der CDU, Armin Schwarz.
In den folgenden drei Jahrzehnten hat Bernd Radeck, zunächst als Mitglied der Schulleitung, inzwischen als Pensionär, 80 solcher Austauschbesuche und Beiprogramme vorbereitet und begleitet. Er hat ausgerechnet, dass bisher rund 1500 Schüler über GAPP in die USA gekommen sind. Hinzu kommen weitere Austauschbegegnungen von Chor-, Orchester- und Big-Band-Gruppen, die nicht über GAPP gefördert wurden.
25 Schüler konnten in den vergangenen 30 Jahren über GAPP einen mehrmonatigen Schulaufenthalt in den USA genießen.
Im April begleitet Radeck zum 30. Mal Schülerinnen und Schüler zum Austausch in die USA, wieder in die drei Partnerschulen in Wisconsin und Missouri.
Unvergessen der Schüleraustausch, der 2010 wegen des Ausbruchs des unaussprechlichen isländischen Vulkans Eyjafjallajökull um acht Tage verlängert werden musste: Als keine Flugzeuge mehr über den Nordatlantik fliegen durften, strandeten auch die Bad Arolser Schüler in Washington. Radeck improvisierte damals, begünstigt durch seine langjährige Erfahrung, ein kostengünstiges und dennoch lehrreiches Besuchsprogramm in der US-Hauptstadt.
Schulleiterin Cornelie Seedig würdigte gestern Radecks langjährigen Einsatz und den der Begleitlehrer Hans-Peter Wagner, Lothar Nemetschke, Rudi Zimmermann, Dr. Ulrich von Nathusius, Dr. Matthias Bohn, Annika Wittek, Karin Orth und Ursula Heuschkel.
Sie alle hätten dazu beigetragen, den Horizont der Schüler zu erweitern: „Für die Schüler ist so ein Auslandsaufenthalt eine wertvolle Erfahrung.“ Von Elmar Schulten

(Quelle: wlz-fz.de)

Gut gerüstet für Herausforderungen des Lebens

Den längsten Tag des Jahres nutzen die frisch gebackenen CRS-Abiturienten für ihren Abiball in der Külter Nordwaldeckhalle. Bereits am Vormittag hatten die 78 erfolgreichen Schüler des aktuellen Abiturjahrgangs ihre Abschlusszeugnisse in der Mengeringhäuser Stadthalle erhalten.

Vier Abiturienten hielten gemeinsam die Abschiedsrede der Schüler: Am Rednerpult der Jahrgangsbeste Thomas Meesters, das beste Mädchen Isabella Pfeiffer, Murtaza Köksal und Jakob Wießner (1,0).
 

Bad Arolsen. . Bereits bei einem Gottesdienst am Freitagabend in der Bad Arolser Stadtkirche hatten die scheidenden Schülerinnen und Schüler der Christian-Rauch-Schule zusammen mit der Rhoder Pfarrerin Claudia Engler und dem katholischen Pfarrer Bernd Conze Rückblick auf acht gemeinsame Schuljahre gehalten. Dabei drehte sich alles um das von den Schülern gewählte Jahrgangsmotto „Abi-Vegas - Um jeden Punkt gepokert.“

Auch bei der Abschlussfeier in Mengeringhausen wurden viele Aspekte dieses Mottos ausgeleuchtet.

„Nicht alle sind mit der gleichen Anzahl an Chips in das Spiel gegangen“, sinnierte Jahrgangsbester Jakob Wießner in der gemeinsam mit Thomas Meesters, Isabel Pfeiffer und Murtaza Köksal gehaltenen Schüleransprache. „Deshalb können wir froh sein, dass so viele von uns den Abschluss geschafft haben.“

Der jetzt verabschiedete Jahrgang war der erste reine G-8-Jahrgang. Das sei mit Einschränkungen in der Freizeit verbunden gewesen, weil erstmals viel Unterricht in die Nachmittagsstunden gelegt wurden“, fasste Thomas Meesters zusammen. Dennoch habe man Zeit für schöne gemeinsame Unternehmungen wie die Skifreizeit in Norditalien gehabt, erinnerten Isabel Pfeifer und Murtaza Köksal in ihren ganz persönlichen Rückblicken.

Im Namen der Lehrer machten sich Sonja Böhlen und Tim Sauerwein Gedanken über das Glück und wie jeder es für sich finden kann. Interessant auch die Frage, ob denn das Glück jeden findet. 

Ihr Fazit: Oft muss man kämpfen im Leben. Erwartet nicht, dass euer Weg immer so gerade ist wie die Große Allee. Habt keine Angst, auch mal einen anderen Weg einzuschlagen und habt Mut, etwas zu wagen.“

Ähnlich äußerte sich Bad Arolsens Erster Stadtrat Helmut Hausmann, der die Grüße des Bürgermeisters und der städtischen Gremien überbrachte. Hausmann forderte die Abiturienten auf, sich in Politik und Gesellschaft einzumischen.

Dazu ermunterte auch Dekanin Eva Brinke-Kriebel, die die Abiturienten aufrief, sich dafür einzusetzen, dass die Welt ein wenig besser und solidarischer werde: „Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die sich einmischen und sich für ihre Mitmenschen einsetzen.“

Im Namen des Elternbeirats und des Fördervereins gratulierte Marianne Blume und ging ebenfalls auf das Jahrgangsmotto „Abi-Vegas“ ein. Anerkennend stellte sie fest: Ihr habt euren ganz persönlichen Jack-Pot geknackt.

Oberstufen-Koordinator Hans-Joachim Orawetz stellte fest: „Der G-8-Jahrgang hat es mit all den Umstellungen sicher nicht leicht gehabt. Dennoch haben die meisten die Abitur-Hürde mit Bravour gemeistert

 „Ihr habt ein gutes Rüstzeug mitbekommen. Macht was draus“, gab Schulleiterin Cornelie Seedig den 78 frisch gebackenen Abiturienten  bei der Abifeier in Mengeringhausen mit auf den Weg. Gemeinsam mit Professor Karl-Heinz Bartsch vom Ehemaligenverein vergab die Schulleiterin Bestenpreise an herausragende Schüler. Jahrgangsbester Thomas Meersters erhielt einen Preis gestiftet vom Verein der Mathematiker. Jakob Wießner und Constantin Vogel erhielten den Bestenpreis der chemischen Gesellschaft. Thomas Kräger und Nicholas  Möde wurden für ihre Leistungen im Fach Physik ausgezeichnet. Einen Bestenpreis im Fach Latein erhielt Thomas Blömeke.

Für ihr Engagement in der Theater-AG erhielten Marla Baier, Helena von Elverfeldt, Chiara Kleinke, Isabell Pfeiffer und Simon Paulekuhn eine Anerkennung. Außerdem scheiden mit diesem Abiturjahrgang zehn aktive Musiker aus den Ensembles der Christian-Rauch-Schule aus.

Ihren musikalischen Abschied gaben sie mit ihren Auftritten im Orchester unter Leitung von Rainer W. Böttcher und in der Big-Band unter Leitung von Susanne Scheffke. Allerdings werden die meisten von ihnen noch bei den Orchesterauftritten in Frankenberg und in der Stiftsruine von Bad Hersfeld noch einmal gemeinsam auftreten, bevor sie dann ihr Studium oder ihre Ausbildung beginnen. 

Erstaunlich viele Schüler dieses Abiturientenjahrgangs planen als nächstes einen längeren Auslandsaufenthalt. - Das gewonnene Jahr durch G-8 macht‘s möglich. Dabei hatte die Politik die Einführung des um ein Jahr verkürzten Abiturs mit der Forderung des Arbeitsmarktes nach jüngeren Hochschulabsolventen begründet.

Die Abiturfeier war auch der Rahmen für die Klassentreffen der Abiturjubilare, die von 25, 40, 50 und 70 Jahren ihre Reifeprüfung in Bad Arolsen abgelegt haben.  (Elmar Schulten)

(Quelle: http://www.wlz-fz.de)
Teambildung im Netz der Spinne

Teambildung stand beim Sportsfun-Teamday an der Christian-Rauch-Schule auf dem Stundenplan. Und das ganztägig.


Die Sportjugend Hessen hat wieder einen Sportfuns-Teamday an der Christian-Rauch-Schule organisiert. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen. Unter Anleitung von Trainern der Sportjugend Hessen und geschulten CRS-Sportlehrern waren die Schüler eingeladen, neue Sportarten und sportlichen Herausforderungen wie etwa das Abseilen aus dem dritten Stock für sich zu entdecken. Im Mittelpunkt standen allerdings Spielaufgaben, die nur im Team zu lösen waren wie auf dem Foto das Durchqueren eines Spinnennetzes.

Dabei sollten die Schüler spielerisch lernen, dass manche Aufgaben eben nur im Team zu lösen sind. Planvolles Vorgehen, gute Absprache und eine Portion Geschicklichkeit waren gefragt. In gruppendynamischen Prozessen erfuhren die Schüler, dass lauter Herumschreien nichts bringt. Und erst im zweiten, dritten Anlauf verstummten die üblichen Wortführern, um dann den schlummernden Talenten das Feld zu überlassen. Die Lehren aus solchen spielen wirken oft noch Monate nach, weiß Sport- und Mathelehrer Dankwart Terörde aus Erfahrung.

(Quelle: http://www.hna.de/)
Bewegung in der Pause

Bad Arolsen. Dass an der Christian-Rauch-Schule (CRS) in Bad Arolsen Bagger rollen und Arbeiter an der Verschönerung der Schule werkeln, ist nichts Neues. Immerhin hat die Gebäudesanierung in den vergangenen Jahren die Schulgemeinde regelmäßig beschäftigt und ein Stück weit auch abgehärtet.

Die Arbeiten schreiten voran: CRS-Schulleiterin Cornelie Seedig ist zufrieden mit dem Fortschritt der Maßnahmen am Außengelände. Unser Bild zeigt den Haupteingangsbereich. Foto: Deutschländer

Die Arbeiten schreiten voran: CRS-Schulleiterin Cornelie Seedig ist zufrieden mit dem Fortschritt der Maßnahmen am Außengelände. Unser Bild zeigt den Haupteingangsbereich. Foto: Deutschländer

Nichtsdestotrotz bevorzugen Schulleiterin Cornelie Seedig und ihre Kollegen aus der Schulleitung Bauarbeiten, die innerhalb der Ferien beendet werden. Somit ist Seedig derzeit vollkommen zufrieden: Denn die aktuellen Arbeiten am Außengelände der CRS liegen voll im Plan. „Bis Ende der Herbstferien wird spätestens gebaut“, berichtet sie.

Der Plan sei jedoch, dass zumindest die Baumaßnahmen am Haupteingang pünktlich zum Schuljahresbeginn abgeschlossen seien. Seit der zweiten Ferienwoche sind die Arbeiten im Gang, anfangs sind auf dem Osthof, dem so genannten Verbindungshof zwischen Rauch- und Kaulbachschule, Bäume und Sträucher entfernt worden.

Drehscheibe zum Balancieren

„Experten haben uns versichert, dass ein Großteil der Bäume in den kommenden Jahren hätte entfernt werden müssen“, weist Seedig auf die Problematik hin. Man habe sich deshalb entschieden, die Fällarbeiten im Zuge der aktuellen Bauarbeiten anzusetzen. Während im Bereich des Haupteingangs hauptsächlich Sitzgelegenheiten entstünden und der Bereich allgemein offener und einladender gestaltet werde, so seien auf dem Osthof auch spielerische und sportliche Betätigungsmöglichkeiten geplant.

„Wir wollen die Schüler animieren, sich zu bewegen“, berichtet die Schulleiterin. Deshalb würden auf dem Osthof keineswegs klassische Sitzgelegenheiten aufgebaut. Vielmehr plane man, etwa Baumstämme, die einerseits zum Sitzen, andererseits aber auch zum Klettern einladen, zu nutzen.

Im „Elefantenklo“ am Fußballplatz sei Ähnliches geplant, zudem solle etwa eine Drehscheibe zum Balancieren aufgestellt werden, erklärt Seedig.

Von Luca Deutschländer

(Quelle: http://wlz-fz.de)

Generation des Umbaus geht

Einen Abitur-Jahrgang der Superlative hat die Christian-Rauch-Schule am Wochenende verabschiedet: Nie wurden so viele Schüler auf einen Schlag verabschiedet, nämlich 136, nie gab es so viele Einser-Kandidaten, nämlich 41, nie war Durchschnittsnote besser als 2,2. Und schließlich noch dies: Nie zuvor gab es einen Doppeljahrgang.

Schicke Kleider, zufriedene Gesichter: 136 CRS-Schüler haben am Wochenende in Mengeringhausen ihre Abiturzeugnisse erhalten.
Fotos: Elmar Schulten
 
 
 

Bad Arolsen. Der übergroße Doppeljahrgang ist der von der Landesregierung verordneten Umstellung auf das Abitur nach acht Gymnasialjahren geschuldet.

Es hat Schüler und Lehrer Jahre der Anstrengung gekostet, die Änderungen im Schulalltag und im Lehrplan umzusetzen. So mancher Schüler, der auf der Kippe stand, musste wegen der Veränderungen in den nachfolgenden Jahrgängen die Schule verlassen.

Von insgesamt 250 Schülern in beiden Jahrgängen schafften am Ende nur 136 das angestrebte Bildungsziel Abitur im ersten Anlauf. - Für die Betroffenen oft sehr schmerzhaft. Und nun, da der Wechsel vollzogen ist, kommt von der Landesregierung - unter dem Druck der Eltern - das Kommando: Alles zurück zum G9.

Vier Jahre Altersunterschied

Doch die, die es geschafft haben, haderten am Sonnabend nicht mit ihrem Schicksal. In ihrer Abschlussrede schwärmten Louisa Albers und Paul Walprecht, wie gut sich die beiden Jahrgänge am Ende vermischt hätten und zu einer verschworenen Einheit zusammengewachsen seien. Immerhin liegen zwischen der jüngsten Abiturientin, Mara Meckelburg (16) und dem ältesten Abschlussschüler vier Jahre.

Die Größe des Jahrgangs habe auch so „exotische Angebote“ wie einen Leistungskurs Musik zugelassen.

Die Schüler stellte auch fest, dass sie gemeinsam mit Schulleiterin Cornelie Seedig den kompletten Umbau der Schule von Anfang bis Ende miterlebt hätten: „Mit Frau Seedig wurde es laut. - Wir sind die Generation des Umbaus.“ Irgendwie habe man es aber doch geschafft, anspruchsvolle Klausuren unter dem Eindruck von Presslufthämmern zu schreiben.

Lehrer als Vorbilder

Am Ende einer zwölf- beziehungsweise 13-jährigen Schulzeit könnten die Schüler feststellen: „Es war schön. Trotzdem müsse man jetzt sagen: Es reicht!“

Musiklehrer Steffen Hause zitierte ins einer Abschiedsrede die viel beachtete Pädagogik-Studie von John Hattie: Entscheidend bei der Schulbildung sei die Vorbildfunktion und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dazu passend stimmte das Schulorchester die Filmmusik zu dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ an.

Im Namen der vier Nordwaldecker Bürgermeister gratulierte der Bad Arolser Rathauschef Jürgen van der Horst den frisch gebackenen Abiturienten, die sich am Ende ihrer Schulzeit zu „vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft entwickelt“ hätten. Aus Elternsicht hätten sich die meisten Sprösslinge besser entwickelt, als es nach ihrem Auftritt im heimischen Umfeld zu erwarten gewesen wäre. Das sei ganz offensichtlich ein Verdienst der Bildungseinrichtung.

Van der Horst wünscht den Abiturienten, dass sie ihren Weg konsequent konsequent weitergehen und ihr Glück finden mögen. Sein persönlicher Wunsch sei es, dass der eine oder die andere ihre Chancen in der Region suche und finde und nicht alle in die Metropole abwandern.

„Wenn sie noch nicht so richtig wissen, was sie studieren sollen, studieren sie doch einfach Theologie“, warb Dekanin Eva Brinke-Kriebel und stellte fest, dass die Abiturienten Hoffnungsträger für sich und ihre Familien seien.

Im Namen des Schulelternbeirats stellte Marianne Blume fest, dass der Doppeljahrgang allen Startschwierigkeiten erstaunlich gut zusammengewachsen sei. Nun aber drehe sich die Welt nicht mehr im 45- oder 90-Minuten-Takt. Alle seien aufgefordert, die Zukunft möglichst gut zu gestalten.

Die Grüße des Fördervereins der Schule überbrachte Heidi Preis. Im Namen des Ehemaligenvereins zeichnete Professor Karl-Heinz Bartsch die Jahrgangsbesten Louisa Albers, Julia Breda und Paul Walprecht sowie Ehrenpreise in den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie und Geschichte mit Ehrenpreisen aus. Ausgezeichnet wurden zudem diejenigen Schüler, die sich in den Bereichen Musik und Theater besonders hervorgetan haben. Gleichzeitig warb Prof. Bartsch dafür, der Christian-Rauch-Schule mit einer Mitgliedschaft im Ehemaligenverein die Treue zu halten.

Im Anschluss an die Abiturfeier trafen sich zudem die Jubiläumsjahrgänge, die in diesem Jahr auf 25, 40 und 50 Jahre Abitur zurückblicken können. Die ältesten Ehemaligen bei der Wiedersehensfeier haben 1948 ihre Abiturprüfung abgelegt.

Schließlich überbrachte Franz-Peter Kaiser die mit Geldpreisen unterlegten Abiturpreise des Rotary-Clubs: Ausgezeichnet wurde die Jahrgangsbeste Louisa Albers für ihr Engagement in den Musikensembles der Schule, bei Nachhilfe für schwächere Schüler und ihre Mitarbeit beim Internationalen Jugendmusikfestival. Den Sportpreis des Rotary-Clubs und der Firma Kettschau erhielten Anna Michel, Caroline Bangel und Caroline Obermeier.

Das Imperium schlägt zurück

In ihrem Schlusswort griff Schulleiterin Cornelie Seedig noch einmal das aus den Star-Wars-Filmen entlehnte Abi-Motto „Das war‘s - Die doppelte Bedrohung“ auf und stellte fest: „Für uns Lehrer war der Umstieg von G9 auf G8 keine doppelte Bedrohung, sondern eher eine pädagogische Herausforderungen. Die Errungenschaften der Umstellung werden nun auch nach der Rückkehr zu G9 den neuen Schülern zugute kommen.“

Ebenfalls angelehnt an die Star-Wars-Filme appellierte der Oberstufen-Koordinator Hans-Joachim Orawetz an Abiturienten, ihre entliehenen Bücher an die Schule zurückzugeben. Erst dann gebe es statt der Zeugniskopien die Originalausfertigungen. Orawetz schmunzelnd: „Das Imperium schlägt zurück.“

[Elmar Schulten]

(Quelle: http://hna.de)

Diskussion auf Augenhöhe

Bad Arolsen. Wenn Unterstufenschüler, Kommunalpolitiker, Elternvertreter und Mitglieder des Lehrerkollegiums auf Augenhöhe diskutieren, dann ist das im stressigen Schulalltag bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Umso beeindruckender war es da, dass sich genau dieses Konzept bei einer Podiumsdiskussion an der Christian-Rauch-Schule (CRS) zum Erfolg kristallisierte.

Stellten sich der Diskussion: Die beiden Moderatoren (von links) Luca Deutschländer und Louis Schwarze diskutierten anlässlich der jugendlichen Unzufriedenheit mit Dennis Pritsch, Elsa Abel, Andreas Erdmann, Tina Römer, Udo Jost und Marianne Blume im Filmsaal der CRS. Foto:  Selina Dicke/nh

Am Dienstagabend waren rund 70 Interessierte gekommen, um sich diese spannende Diskussion mit dem Namen „No Disk No Fun“ im Filmsaal der CRS anzuhören - und zugleich aktiv mitzudiskutieren. Denn das war eines der wesentlichen Vorhaben, die das Organisatoren- und Moderatorenteam um die beiden Abiturienten Louis Schwarze und Luca Deutschländer mit der Veranstaltung verfolgte. Probleme ansprechen, Kommunikation untereinander verbessern und bestmöglich auch Verbesserungen vor Ort zu erzielen.

Studie von Unicef

Basis der Podiumsdiskussion war eine kürzlich herausgegebene Studie von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Europäischen Union. Die hatte besagt, dass die deutsche Jugend trotz steigenden Wohlstands immer unzufriedener werde. Ein Ergebnis, das zum Nachdenken anregt.

Einerseits zum Nachdenken über Ursachen, andererseits aber auch zum Debattieren über mögliche Wege, die Lage zu verbessern. So entwickelte sich in der Folge eine Diskussion, die trotz einiger Meinungsverschiedenheiten der Teilnehmer immer fair blieb - und besonders vom Publikum entscheidend mit angetrieben wurde.

Aktiv eingebracht

So dauerte es nicht lange, bis sich Zuschauer - egal ob Schüler, Eltern oder Lehrer - aktiv mit einbrachten und ihre Sicht der Dinge schilderten.

Da ging es um Leistungsdruck, mangelnde Wertschätzung, fehlendes Vertrauen, die Kooperation von Schule und Familie und Möglichkeiten, das Lernen für Jugendliche angenehmer zu gestalten. Von Seiten der CRS-Lehrerschaft nahmen Tina Römer, Andreas Erdmann und Dennis Pritsch aktiv auf dem Podium teil – gemeinsam mit Stadtrat Udo Jost, der zugleich auch Vorsitzender der Bad Arolser Jugendkommission ist, Schulelternbeiratsvorsitzender Marianne Blume und Schülerin Elsa Abel, diskutierten sie über ganz unterschiedliche Vorhaben und Möglichkeiten.

Falls es – und das ist ein Wunsch, den Louis Schwarze hat – auch in Zukunft solche Veranstaltungen an der CRS geben sollte, so stärken diese zweifelsohne einen gemeinsamen Austausch - und der hat gleich mehrere positive Folgen, finden die Moderatoren. (ld)

(Quelle: http://www.wlz-fz.de)

Geige erzählt von Schicksalen

Binomische Formeln, die Mendel‘schen Vererbungsregeln, elektromagnetische Felder - all das sind Standardthemen, die man in einer Abiturprüfung erwartet. Das Instrument der „besonderen Lernleistung“ lässt aber auch andere, viel spannendere Projekte zu.

CRS-Abiturientin Laura Sophia Franke vor ihrer Präsentationsprüfung zum Thema „Die Geige aus Theresienstadt“ in den Räumen des Museums „Historicum 20“. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen. Wie kommt eine Geige von Arolsen ins Konzentrationslager Theresienstadt? Wem gehörte das Instrument? Was soll jetzt mit der Geige geschehen? - All diesen Fragen ist die aus Gembeck stammende CRS-Abiturientin Laura Sophia Franke in den vergangenen Monaten in ihrer historischen Recherchearbeit nachgegangen. Den Anstoß gab der frühere CRS-Lehrer Dr. Bernd Joachim Zimmer, dem heutigen Leiter des Museums „Historicum 20“, nachdem ihm die rätselhafte Geige zugegangen war.

Stempel der Waffen-SS

Das mit einer Nummer versehene Instrument befand sich wohlbehalten in einem Geigenkoffer, der einen Zettel mit der gleichen Nummer, der Aufschrift „Theresienstadt, 1.5.1943“ und dem Stempelabdruck „Waffen-SS“ trägt. Der Stempel mit Hakenkreuz-Adler überdeckt einen nur bruchstückhaft lesbaren Namen. Der Instrumentenkoffer mit dem abgerissenen Ledergriff trägt die handschriftlich in Druckbuchstaben geschriebene Aufschrift „R. Schönstädt, Arolsen“.

Unzählige Briefe und E-Mails musste Laura schreiben, Telefonate führen, Fakten zusammentragen und kompetente Ansprechpartner finden, um wenigstens einen Teil der Rätsel hinter diesem Geigenkoffer zu lösen. Die CRS-Abiturientin profitierte dabei von dem Kooperationsvertrag, den ihre Schule mit dem Internationalen Suchdienst abgeschlossen hat.

Listen verglichen

Hier konnte Laura unter anderem in den Original-Transportlisten des Konzentrationslagers Auschwitz suchen und mit den Namen jüdischer Einwohner von Arolsen im Jahr 1940 vergleichen. Als Standardwerk gilt hier das Buch von CRS-Lehrer Michael Winkelmann „Auf einmal sind sie weggemacht“. Der Vergleich beider Listen ergab, dass mit R. Schönstädt eigentlich nur Richard oder Recha Schönstädt gemeint sein können. Beide wurden von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert. Richard starb am 1. August 1943 in Theresienstadt. Recha kam im Oktober 1944 nach Auschwitz und starb vermutlich dort. Über ihr weiteres Schicksal gibt es keine gesicherten Daten.

Vorzeige-Ghetto

Die CRS-Abiturientin nahm Kontakt mit der Gedenkstätte in Theresienstadt auf und fand ihre Erkenntnisse bestätigt. Bei der Deutschen Dienststelle, die die Daten der Täter aufbewahrt, versuchte Laura herauszufinden, wer das Dienstsiegel auf den Zettel im Geigenkasten setzte. Das Ergebnis ist nicht eindeutig.

Ebenso wenig ist gesichert, dass die Geige einem der beiden Arolser gehörte und wie die Geige nach Theresienstadt kam. Am 1. Mai 1943 gab es jedenfalls keine Gefangenentransporte.

Möglich ist aber, dass die Geige an diesem Tag als neues Inventar im Vorzeige-Konzentrationslager registriert wurde. Im Internetlexikon Wikipedia heißt es dazu: „Zeitweilig diente Theresienstadt der NS-Propaganda als „Vorzeige-Ghetto“, um die internationale Öffentlichkeit über die mit der „Endlösung der Judenfrage“ verbundenen Ziele zu täuschen.“

Es ist belegt, dass sich hier auch eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz von den Nationalsozialisten blenden ließ.

In dieser Zeit war den jüdischen Häftlingen erlaubt, Musik zu machen, zu komponieren und in Konzerten aufzuführen. Unter anderem wurde hier die Kinderoper Brundibar aufgeführt und in einem Propagandafilm verwendet. Es ist also gut denkbar, dass die Arolser Geige tatsächlich in Theresienstadt gespielt wurde.

Ebenso rätselhaft wie die Frage, wie die Geige von Arolsen nach Theresienstadt kam, ist auch die umgekehrte Frage, wie sie wieder zurück nach Arolsen kam. Derjenige, der Dr. Zimmer das Instrument für das Arolser Museum überreichte, nahm ihm sogleich das Versprechen ab, über seine eigene Identität zu schweigen.

So bleibt für die historische Forschung noch eine Menge Arbeit. Die CRS-Abiturientin hat zwar mit ihrer besonderen Lernleistung schon viele Fragen klären können, zugleich aber auch viele Fragen neu aufgeworfen. Unter anderem ist Laura auf eine Erbin der Familie Schönstädt gestoßen. Sie interessiert sich brennend für die Geige, die Forschungsergebnisse und die Präsentation des Erinnerungsstücks im Museum.

Auch dazu hat sich Laura schon Gedanken gemacht: Im Museum „Historicum 20“, dem ehemaligen Stabsgebäude der früheren SS-Kaserne im Herzen von Arolsen, gibt es einen Zellenraum, in dem nicht nur die vergrößerten Fotos von drei Häftlingen des KZ-Außenlagers gezeigt werden, sondern auch Gedenksteine mit den Namen der ehemaligen jüdischen Mitbürger, die von Arolsen in die Vernichtungslager der Nazis deportiert wurden.

Prima Note

Dies wäre auch ein geeigneter Ort, um die Geige zu präsentieren. Allerdings müsste geklärt werden, ob auch die Erben der Familie damit einverstanden wären, schließlich handelt es sich bei der Geige letztlich um Raubgut der Nazis. - Lauter offene Fragen also.

Eindeutig war am Ende nur das Votum der Prüfungskommission: Laura darf sich über 13 Punkte im fünften Prüfungsfach freuen. 13 Punkte, das war früher eine 1 (minus). Der Reporter auf der Zuschauerbank urteilt so: Tolle Rechercheleistung, souveräner Vortrag, weiter so! - Vielleicht mit einem Geschichtsstudium?

[Elmar Schulten]