(Quelle: wlz-online.de, September 2017)

Arolser Schüler Bereit für die Zukunft mit Elektroautos

Sie freuen sich auf moderne Elektroautost: Bei der Podiumsdiskussion der Bad Arolser Schulen zum Thema E-Mobilität diskutierten von links Kevin Gardenka, Dieter Appelt von der VW-Planungsabteilung in Baunatal, Bürgermeister Jürgen van der Horst, Peter Bielig von der Energie-Waldeck-Frankenberg, Matthias Schäpers, SMA-Umweltbeauftragter, Jörg Vogel von der Bürgerinitiative gegen Windkraft im Stadtwald, Katharina Sandhänger. Auf dem Foto fehlt Dr. Peter Moser von der Universität Kassel.  

Bad Arolsen. Sind in zehn Jahren nur noch Elektro-Autos unterwegs? – Gibt es überhaupt genug Rohstoffe für die vielen Akkus? – Wo kommt der Strom für all die neuen E-Autos her? – Und wo kann man die Autos aufladen?

Antworten auf diese und weitere Fragen zur Elektromobilität gab es bei der von Christian-Rauch- und Kaulbach-Schule gemeinsam veranstalteten Podiumsdiskussion in der Schulturnhalle an der Großen Allee.

Zur Einstimmung auf das Thema hatten die Schüler eine Ausstellung vorbereitet, bei der viele Aspekte der aktuellen Diskussion anschaulich dargestellt wurden. vor allem gab es einige der bereits auf dem Markt verfügbaren Elektroautos zu bestaunen, unter anderem zwei schicke Teslas, aber auch Hybrid-Lösungen von Volkswagen. Der Bad Arolser Fahrradhändler hatte ein Auswahl aktueller Pedelecs mitgebracht und auf dem Schulhof für Probefahrten bereitgestellt.

Die Podiumsdiskussion am frühen Abend verfolgten dann immerhin noch rund 150 interessierte Schüler, Eltern und Lehrer. Schließlich unterhielten sich auf dem Podium eine Reihe ausgewiesener Experten zum Thema Elektromobilität: Dieter Appelt leitet die für Elektroantriebe zuständige Planungsabteilung im VW-Werk in Baunatal berichtete, dass Volkswagen sich schon seit Jahren intensiv mit dem Thema beschäftige.

Während aktuell noch Elektroantriebe in vorhandene Modellreihen eingebaut würden, sei nun auch die Entwicklung eigener Modelreihen mit Elektroantrieben in vollem Gange. Die neuen Fahrzeuge kämen naturgemäß mit deutlich weniger Bauteilen aus und böten deutlich mehr Platz im Innenraum.
Während der Elektromotor seit 100 Jahren bekannt sei und eigentlich nur weiterentwickelt werden müsse, liege die wahre technische Herausforderung in der Lade- und Steuerungstechnik, verriet Matthias Schäpers, der nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragte der Kasseler Firma SMA Solar Technology.

Für die Energieversorger wie die Energie Waldeck-Frankenberg stellt die zu erwartende, größere Strom-Nachfrage für Heiztechnik und E-Mobilität eine weitere Herausforderung dar. Peter Bielig, bei EWF für Netzwirtschaft zuständig erklärte, dass die Stromnetze ursprünglich für ein anderes Versorgungskonzept vom Großkraftwerk zu den Kleinverbrauchern ausgelegt gewesen seien. Künftig gelte es, den Strom von vielen dezentralen Kleinerzeugern an ganz neue Verbraucher, unter anderen Akku-Puffer zu liefern. Dazu würden clevere Netze (Smart Grids) mit cleveren Zählern (Smart Meter) benötigt.

Dr. Peter Moser vom Institut für dezentrale Energietechniken der Universität Kassel zeigte sich optimistisch, dass die heute noch weit verbreiteten Ablehnungsgründe gegen Elektroautos schon bald aus der Welt geräumt seien.

Die Reichweiten würden denen von Verbrennungsmotoren immer ähnlicher, die Infrastruktur der Ladestationen werde dichter und die Preise würden sicher fallen.